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Montag, 05.07.2010:
"20-Cent-Killer" soll Freundin schwer verletzt haben
Weil er einen Mann totgeprügelt haben soll, saß Berhan I. in Untersuchungshaft. Wegen mehrerer Justizpannen kam der 17-Jährige auf freien Fuß - jetzt soll er seine Freundin in der Schule gewürgt, geschlagen und dabei schwer verletzt haben.
Hamburg - Donnerstag, 1. Juli, eine Berufsschule in Hamburg-Borgfelde: Der 17-jährige Berhan I. besucht seine Freundin Jennifer O., die gerade eine Ausbildung zur Friseurin macht. Man redet, streitet sich, dann eskaliert die Situation. Wie "Bild" und "Hamburger Morgenpost" am Montag berichten, soll I. der 18-Jährigen gedroht haben, sie zur Prostitution zu zwingen: "Du kommst mit auf den Kiez und gehst für mich auf den Strich", sagte er laut "Bild".
Dann wurde der junge Mann offenbar handgreiflich. "Er schlug und trat die junge Frau, stieß sie zu Boden und würgte sie", beschreibt Polizeisprecher Andreas Schöpflin die Situation auf dem Schulhof. Jennifer O. habe einen Wadenbeinbruch und schwere Prellungen an Kopf und Oberkörper erlitten. "Erst als mehrere Lehrer und eine Schülerin hinzukamen, ließ der Mann von seinem Opfer ab", sagte der Sprecher SPIEGEL ONLINE. Jennifer O. musste ins Krankenhaus gebracht und notoperiert werden. Inzwischen ist die 18-Jährige wieder zu Hause.
Der Türke flüchtete, konnte aber kurz darauf von der Polizei an der Alster festgenommen werden. Jetzt ermitteln die Behörden wegen Verdachts auf gefährliche Körperverletzung. Es sei Haftbefehl erlassen worden, so Schöpflin.
Berhan I. ist also wieder in Untersuchungshaft, aus der er im April auf Grund schwerwiegender Justizpannen entlassen worden war. Der 17-Jährige und sein gleichaltriger Freund Onur K. stehen derzeit wegen Körperverletzung mit Todesfolge und versuchten Totschlags in Hamburg vor Gericht. Sie sollen im Juni 2009 den 44-jährigen Dachdecker Thomas M. in Hamburg-Harburg zu Tode geprügelt haben, nachdem dieser sich geweigert hatte, ihnen 20 Cent zu geben.
Im März 2010 begann der Prozess, am 22. April dann platzte die erste Hauptverhandlung, weil eine Richterin wegen der Aschewolke in Spanien festsaß, ihre Vertreterin aber nicht auf einen geplanten Urlaub verzichten wollte. Mehrere Fristen verstrichen, dann mussten die Tatverdächtigen aus der Untersuchungshaft entlassen werden.
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