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Donnerstag, 31.03.2011:
Bei Abrechnung im Milieu fast die Hand verloren
Dortmund.Mit Eisenstangen, Messer und einer Axt lieferten sich zwei bulgarische Clans am 19. August 2010 in dem inzwischen geräumten Haus Mallinckrodtstraße 54 einen blutigen Kampf. Die Angreifer - Vater und Sohn - wurden gestern wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt.
Dabei sah das Schwurgericht den 50-jährigen Vater als Initiator des Überfalls: Er muss drei Jahre und drei Monate ins Gefängnis, während sein Sohn (27) mit einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren davonkam.
Opfer trugen Schädelbruch und Stichwunden davon
Der Mann wird auch ohne Gefängnisaufenthalt sein Leben lang an jenen Augusttag denken: Als die gegnerische Seite sich mit einer Axt wehrte, wurde ihm im Getümmel die halbe Hand abgehackt. Die Ärzte verbrachten das Wunder, die Hand wiederherzustellen, doch ist zu befürchten, dass sie steif bleibt. Bei der anderen Gruppe trug einer der Männer einen Schädelbruch davon, ein anderer einen Messerstich, beide zudem erhebliche Prellungen am ganzen Körper.
Katastrophale Wohnverhältnisse
Angeklagte und Opfer wohnten damals unter unvorstellbaren Zuständen zusammen. 15 Menschen und mehr hausten in drei Zimmern, Freier und Prostituierte gingen ein und aus. Bei dem blutigen Streit hätten "diverse illegale Nebentätigkeiten" der "angeblich ehrlichen Schwarzarbeiter" eine Rolle gespielt, erklärte der Vorsitzende Richter Wolfgang Meyer.
Freier und Prostituierte gingen ein und aus
Oberstaatsanwältin Dr. Ina Holznagel hatte für den Vater vier Jahre Gefängnis gefordert, Verteidiger Ulrich Bambor "eine geringere Haftstrafe". Rechtsanwalt Marco Ostmeyer, der den Sohn vertrat, schloss sich dem Antrag der Anklagevertreterin an: Die Oberstaatsanwältin hatte bereits eine Bewährungsstrafe beantragt.
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