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Montag, 27.09.2010:
Bordell-Provision: Polizei kontrolliert 56 Taxis und befragt Fahrgäste
Prügeleien, Bedrohungen, Zoff: Sex-Clubs streiten um Taxler-Provisionen. Während der Wiesn ist der Run auf Bordelle besonders groß. Einige Etablissements zahlen Taxlern Provision, wenn sie Freier bringen.
MÜNCHEN Das Rotlicht-Geschäft ist knallhart, die Konkurrenz groß und nun führt der Kampf um Kundschaft immer häufiger auch zu Körperverletzungen und Bedrohungen. Während der Wiesn ist der Run auf Bordelle besonders groß. Wie die AZ berichtete, jagen einige Etablissements anderen die Kunden ab, indem sie Taxlern hohe Prämien zahlen, wenn sie Freier bringen. Bis zu 120 Euro seien drin, so der Sex-Club Pascha, der auf seiner Homepage vor den „Kopfgeldjägern“ warnt und die Prämienzahlung an Taxifahrer ablehnt. „Am Ende muss natürlich der Kunde die Prämie bezahlen“, so Betreiber Leo E. zur AZ. Beim Laufhaus Caesars World ist man ebenfalls über die Praxis empört. Dort heißt es: „Es kann nicht sein, dass der korrupte Taxler am Ende mehr Geld verdient als die Mädchen“. Aber auch unter den Taxlern gibt es Streit: „Einige nehmen gar keine normale Fahrgäste mehr mit, weil sie nur ihre Provision kassieren wollen“, schimpft ein langjähriger Taxifahrer.
In den vergangen zwei Jahren kam es laut Polizei mehrmals auch zu körperlichen Auseinandersetzungen und Bedrohungen. Bordellbesitzer schickten Leute zur Konkurrenz, die zählten, wie viele Taxifahrer Kundschaft brachten. Sie führten Strichlisten. Dabei sei es zu Prügeleien gekommen. Was die Bordellbetreiber, die Taxifahrern keine Provisionen zahlen, besonders empört: Viele Taxifahrer würden vor Cabaretbetrieben in der Innenstadt gezielt Männer ansprechen, um sie für Fahrten in ein Bordell zu überreden - in der City t dürfen nach der Sperrbezirksverordnung keine sexuellen Dienste angeboten werden.
In der Nacht zum Mittwoch kontrollierte die Polizei vier Bordelle. Insgesamt wurden 56 Taxis kontrolliert und 70 Fahrgäste befragt. Beanstandungen gab es aber keine.
Problem: Die Zahlung der Provisionen ist zwar Förderung der Prostitution, aber nicht strafbar. Die Einnahmen, die die Taxler mit ihrem Nebengeschäft machen, müssen allerdings bei der Steuer angeben werden. Doch das zu kontrollieren, ist nicht die Sache der Sittenpolizei.
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