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Donnerstag, 20.05.2010:
Burger statt Bordell: McDonald`s erhält Baugenehmigung
PFORZHEIM. Die Hamburger-Kette McDonald’s hat nachgebessert und darf nun offiziell an der Ausfahrt Nord ein Grundstück bebauen. Bürgermeister Alexander Uhlig brachte zum Vor-Ort-Termin die Baugenehmigung mit.
An einem exponierten Ort am östlichen Rand des Gewerbegebiets Hohenäcker wird der weltgrößte Bulettenbräter eine von 23 bis 30 zusätzlich für dieses Jahr in Deutschland geplanten Filialen errichten. Die Schnellimbisskette kaufte das knapp 2000 Quadratmeter große Grundstück an der B 294 neben dem Unternehmen Saazor und gegenüber der Aral-Tankstelle (die PZ berichtete). Nachdem McDonald’s innerhalb kurzer Zeit nach der ersten Vorstellung im Gestaltungsbeirat architektonische Korrekturen vorgenommen hatte, gab es gestern aus der Hand von Baubürgermeister Alexander Uhlig die notwendige Baugenehmigung und aus seinem Mund höchstes Lob: Man habe „perfekt zusammengespielt“, so Uhlig. Der Gestaltungsbeirat sei angetan gewesen von der neuen Außenansicht, „wie man sie so bisher noch nicht kannte“ (Uhlig). Das war am 30. April.
Also keine wie sonst üblichen angedeuteten Pagodendächer, sondern ein Flachbau mit einem Dach, das eine so weit hochgezogene Fassade hat, dass die notwendigen, aber hässlichen Versorgungsaufbauten auf dem Dach verdeckt werden. Es war der „Plan B“, eine Alternative, die es McDonald’s ermöglichte, schnell und flexibel zu reagieren. Uhlig: „Wir wussten, die können das.“ Bernd Fuchs, aus München angereister Abteilungsleiter für den Bausektor, rechnet mit einer schieren Bauzeit von zwölf Wochen. Im Klartext heißt das, dass Ende August der erste BigMäc in der neuen Filiale verdrückt werden kann. Im Innern des Gebäudes werden rund 120, im Außenbereich auf der Terrasse knapp 60 Gäste Platz finden. 25 Meter hoch wird der Pylon sein, der unter anderem den Autofahrern auf der A 8 signalisieren soll, dass bei der Ausfahrt Nord ein weiteres Schnellrestaurant existiert. Franchisenehmer – also an die Vorgaben des Unternehmens gebundener Betreiber – ist wie an der Bahnhofstraße und auf der Wilferdinger Höhe Leander Schell. Er wird die Kosten für Küche und Innenausbau übernehmen. Fuchs rechnet mit Baukosten von rund 1,3 Millionen Euro.
Wirksamer Protest
Der Preis für den Grunderwerb ist darin noch nicht enthalten, doch über die Höhe schweigt man. Wenn man weiß, was die Sindelfinger Bordell-Betreiber, die hier einen weiteren „Erospark“ hochziehen wollten, bereit gewesen wären, zu zahlen, kann man von einer Summe von rund 300 000 Euro ausgehen. Die Stadt hatte dem Rotlicht-Vorhaben aus rechtlichen Gründen grünes Licht gegeben, und es wäre vermutlich auch tatsächlich zu Pforzheims größten Bordell gekommen, hätten die Anwohner, insbesondere die Geschäftsleute von nebenan und gegenüber, sich nicht gewehrt.
Zwar unterlagen sie in erster Instanz vor dem Verwaltungsgericht Karlsruhe, und die Berufung vor dem Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg war anhängig – doch hinter den Kulissen bemühten sich Stadt und Immobilienmakler, die schlüpfrige Sache elegant zu beerdigen, indem man einen anderen Interessenten zu angeln versuchte, dessen Ansiedlung keine Probleme machen würde. Betreiber Schnell will nach eigenen Worten rund 50 Mitarbeiter anstellen, „entgegen landläufiger Meinung keine sogenannten ,McJobs’“, also Billigkräfte. Er habe vor, „zu 90 Prozent sozialversicherungspflichtige Stellen“ zu schaffen.
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