Seitdem Wohnungsbordelle immer häufiger verboten würden, nähme die illegale Prostitution in Berlin zu. "Die Vermieter gucken weg, Wohnungen laufen immer über Strohmänner." So war es auch im Fall von Adriana B.: Ein osteuropäisches Ehepaar hatte die Hinterhaus-Wohnung vor gut zwei Jahren angemietet. Bis zu vier Mädchen teilten sich die zwei Zimmer. "Die Unterbringung der Mädchen ist verheerend. Es gibt weder Privatsphäre, noch Privatbesitz", so Fleischhauer.Zudem seien die Zwangsprostituierten in eine Art Schneeballsystem eingebunden, erzählt die Frau. "Anfangs müssen sie 50 Prozent ihrer Einnahmen abgeben. Wenn aber ein neues Mädchen mitgebracht wird, muss dieses 50 Prozent abdrücken, die Vermittlerin dann aber nur noch 40 Prozent ihres Lohns."Das größte Problem für die Prostituierten ist oft die Angst, nie wieder in die Heimat zu können. Nie wieder die Familie zu sehen. "Alle Mädchen träumen davon, wieder nach Hause zu gehen. Allerdings ist Prostitution in Rumänien strafbar. Das nutzen die Zuhälter aus und drohen, die Mädchen bei der Polizei anzuzeigen. Sie sagen: Ich melde dich beim Konsulat und wenn du nach Hause fährst, wirst du an der Grenze festgenommen."
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