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Freitag, 13.05.2011:
Eros Arena Reutlingen: Brutale Schläge nach Bordellbesuch
Unter großen Sicherheitsvorkehrungen wurde gestern der Prozess gegen zwei Mitglieder der Reutlinger Hells Angels im Landgericht in Tübingen fortgesetzt. Die beiden Angeklagten sollen im Oktober vergangenen Jahres einen Kunden der Eros-Arena, einem Bordell in der Reutlinger Albstraße, das von der Rockergruppe betrieben wird, brutal zusammengeschlagen haben.
Erneut hatte die Polizei den Schwurgerichtssaal abgeriegelt. Jeder Prozessbeobachter wurde genau durchsucht und mit Metalldetektor abgetastet. Dadurch verzögerte sich der Beginn der Verhandlung um eine halbe Stunde.
Vor und im Gerichtssaal saßen wie beim Prozessauftakt auch diesmal wieder zahlreiche Mitglieder der Hells Angels, die den beiden Angeklagten deutlich ihre Unterstützung signalisierten. Die Verhandlung blieb gestern allerdings weitgehend ruhig.
Für einen der beiden Angeklagten, ein 33-jährigen Vollmitglied des Hells-Angels-Chapters, lief es indes nicht so gut. Denn ein Zeuge erkannte ihn eindeutig als den Hauptschläger, der das Opfer mit vielen Schlägen und Tritten malträtiert hatte.
Schwerste Verletzungen
Der Mann erlitt damals schwerste Verletzungen, vor allem im Gesicht. Die Angeklagten hätten beim Opfer tödliche Verletzungen in Kauf genommen, warf die Staatsanwaltschaft den Angeklagten am ersten Verhandlungstag vor. Die Anklage lautet deshalb auch auf gemeinschaftlich versuchten Totschlag und gefährliche Körperverletzung.
Der 23-jährige Zeuge war am Abend des 5. Oktober 2010 kurz in der Eros Arena gewesen. Als er das Gebäude verließ, sah er wie ein »Bodyguard« des Etablissements auf einen Mann einschlug. Das Opfer habe ihn gebeten, ihm zu helfen, erklärte er am Donnerstag. Er habe ihm auch helfen wollen, sei aber von dem Bodyguard mit Schlägen bedroht worden. Zudem habe der Schläger ein Spray herausgeholt und dem Geschädigten in die Augen gesprüht.
Später habe der Mann das Opfer noch verprügelt und gegen den Rücken und Oberkörper getreten, als es schon am Boden gelegen habe. Der Geschädigte sei »wie halb tot« gewesen, so der Zeuge weiter. Der Angegriffene habe sich zuvor gar nicht wehren können, weil er zu betrunken gewesen sei. Im Gerichtssaal identifizierte der Zeuge den 33-jährigen Angeklagten eindeutig als Täter.
Offensichtlich eingeschüchtert
Zu Beginn seiner Aussage hatte der Zeuge noch sehr unsicher gewirkt. Offensichtlich durch das massive Auftreten der Hells Angels eingeschüchtert, wollte er zuerst nichts sagen und gab vor, alles vergessen zu haben. Doch nachdem Richter Ralf Peters ihn ermahnt hatte, konnte er sich doch wieder an viele Details erinnern.
Erinnerung verloren
Am Donnerstag gab es noch einen weiteren Zeugen des Geschehens. Ein 68-Jähriger war damals nach Reutlingen zum Einkaufen gefahren. Am Abend steuerte er dann seinen Wagen auf den Parkplatz vor der Eros-Arena. Dabei sah er, wie zwei Männer »miteinander gerauft« hätten. Damals, kurz nach dem Vorfall, konnte er sich beim Polizeiverhör noch daran erinnern, dass einer der beiden auf den anderen einschlug, als der schon zu Boden gegangen war. Dieses Bild hatte der 68-Jährige am Donnerstag nicht mehr vor Augen.
Allerdings wusste er noch, dass der Schläger eine »Clubjacke mit Zeichen drauf« getragen hatte, »so etwas in Richtung Bomberjacke«. Die Hells Angels tragen bekanntlich sehr auffällige »Kutten« mit Vereinsemblem.
http://www.gea.de/region+reutlingen/reutlingen/brutale+schlaege+nach+bordellbesuch.1995788.htm
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