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Freitag, 23.07.2010:
Escortservice heißt nicht Prostitution
Eine Frau, die ihren Körper verkauft, das ist eine Prostituierte. So einfach ist es mittlerweile ganz und gar nicht mehr. Das Geschäft mit der Erotik boomt, weshalb sich auch immer mehr Bereiche auftun, die man nicht mehr eindeutig unter der Überschrift Prostitution zusammenfassen kann. Ein weitverbreitetes Beispiel hierfür sind Escortservices.
Wer bei einem Escortservice engagiert ist, übt diese Beschäftigung nicht hauptberuflich aus, ganz im Gegensatz zu den Damen, die beispielsweise in einem Bordell oder auf der Straße arbeiten. Tagsüber gehen die Mädchen ganz normalen Beschäftigungen nach, sie studieren, leiten Marketingbüros oder sind Bibliothekarin. Nur an einigen Abenden in der Woche lassen sie sich von einem wohlhabenden Begleiter edel ausführen. Der einzige Unterschied zu einem gewöhnlichen Date ist, dass beide wissen, wo es enden wird: nämlich im Bett.
Doch selbst das lässt sich nicht ganz so pauschal sagen. Vielen Männern geht es nur in zweiter oder dritter Linie um Sex. Viele möchten einfach den Abend nicht allein verbringen, sondern mit einer kultivierten, schönen und unterhaltsamen Frau. Daher geht es auch nicht gleich ins Hotelzimmer, sondern erst ins Theater, Kino oder eben zum Essen. Teilweise bleibt es sogar beim bloßen Unterhalten, manchmal wollen die "Freier" tatsächlich nur ein wenig attraktive Gesellschaft.
Auch die Frauen haben wenig gemein mit einer herkömmlichen Prostituierten. Da sie durch den Job nicht ihren Lebensunterhalt finanzieren müssen, gehen sie der Beschäftigung als Escortdame freiwillig nach und genießen es teilweise sogar. Kunden, von denen sie sich überhaupt nicht angezogen fühlen, lehnen sie eben von vornherein ab.
Küssen ist für Escortdamen übrigens selbstverständlich, während es in einem Bordell absolut Tabu ist. Dort geht es schließlich nur um Sex, den Trieb, nicht etwa um Zuneigung und erotische Spannung. Die wird dagegen beim Escort sehr groß geschrieben. Die Damen sollen das Date nicht so schnell wie möglich hinter sich bringen, sondern es wirklich genießen.
Nicht selten entsteht zwischen dem Mädchen und dem Kunden ein besonderes Verhältnis, so dass er sie immer wieder bucht. Man könnte es quasi als ein bezahltes Verhältnis sehen. Das kann sogar soweit führen, dass die Kunden "ihre" Mädchen für einen einzigen Abend von weither einfliegen lassen. Etwas, das wohl die wenigsten Männer für ihre Freundin tun würden.
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