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Mittwoch, 09.03.2011:
Familie wegen Menschenhandels vor Gericht
Vor dem Hamburger Landgericht müssen sich seit Dienstag fünf Mitglieder einer Großfamilie aus der Slowakei wegen schweren Menschenhandels verantworten. Laut Staatsanwaltschaft
sollen die Angeklagten von 2002 bis 2010 bis zu 20 junge Frauen in die Hansestadt gelockt und auf dem Straßenstrich im Stadtteil St. Georg zur Prostitution gezwungen haben.
Opfer rund um die Uhr überwacht
Die Familie soll laut Anklage gezielt "mittellose und einfach strukturierte Frauen" aus den ländlichen Gebieten der Slowakei rekrutiert haben, die entweder schwanger waren oder als alleinerziehende Mütter wirtschaftlich besonders unter Druck standen. Als Prostituierte mussten sie nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft täglich bis zu 16 Stunden arbeiten und ihre Erlöse später an Mitglieder der Bande abgeben. Diese überwachten die Frauen angeblich rund um die Uhr, machten Kontrollanrufe oder beobachteten ihre Opfer. Den Frauen sei es nicht möglich gewesen, aus eigener Kraft wieder in ihr Heimatland zurück zu reisen.
Zum Teil Bewährungsstrafen in Aussicht gestellt
Das Gericht stellte den Angeklagten zum Teil Bewährungsstrafen in Aussicht, wenn sie sich geständig zeigen. Dem 45 Jahre alten Hauptangeklagten droht mit fünf Jahren Haft die höchste Strafe. Neben schwerem Menschenhandel wird ihm auch mehrfache Vergewaltigung und Zuhälterei zur Last gelegt.
Urteil wohl nicht vor Mitte April
Zum Prozessauftakt schwiegen die Angeklagten noch zu den Vorwürfen. Die Verhandlung wird am 21. März fortgesetzt. Ein Urteil wird nicht vor Mitte April erwartet.
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