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Mittwoch, 26.10.2011:

Freier bedroht Escortmitarbeiterin mit Waffe in Königswinter

Niederdollendorf. Eine Tragödie hat sich in der Nacht von Montag auf Dienstag in einem Wohnhaus am Ende der eher beschaulichen Straße in Niederdollendorf abgespielt: Nach einem heftigen Streit mit einer 27-jährigen Besucherin soll der 50 Jahre alte Hausbesitzer laut Polizei diese mit einer Schusswaffe bedroht haben.


Die Frau konnte jedoch zu Zeugen flüchten, die die Polizei alarmierten. Nach vergeblichen Versuchen der Beamten, mit dem Mann Kontakt in seiner Wohnung aufzunehmen, rückte am Dienstag am frühen Morgen ein Spezialeinsatzkommando (SEK) der Polizei vor der Wohnung an und öffnete die Tür. Die Beamten fanden jedoch nur die Leiche des 50-Jährigen. Er hatte sich offenbar zuvor selbst erschossen.

Die Nachbarn in Niederdollendorf konnten es am Dienstagmorgen immer noch nicht fassen, was sich in dem Wohnhaus am Ende der Sackgasse abgespielt haben soll. „Er war so ein netter Mann“, sagt eine 76-jährige Nachbarin über den 50-Jährigen. Seit 1989 kannte sie den Mann. Was der Seniorin in der Vergangenheit aufgefallen war: Der allein lebende Nachbar habe „oft wechselnden Damenbesuch gehabt“.

Auch am Montagabend. Denn gegen 23 Uhr registrierte eine Bewohnerin der Obergeschosswohnung im Nachbarhaus laute Schreie auf der Straße: Sie ist sich sicher. „Da hat eine Frau geschrien, aber wie.“

Sofort sei sie auf den Balkon gegangen, habe aber auf der Straße niemanden gesehen. Auch die Polizei geht von einem Streit gegen 22.45 Uhr zwischen dem 50-Jährigen und einer 27-jährigen Besucherin aus. Wie zu erfahren war, soll es sich um eine Prostituierte gehandelt haben.

Der Streit zwischen dem 50-Jährigen und der 27-Jährigen eskalierte offenbar derart, dass der Hausherr nach Aussage der Frau zur Waffe griff und sie damit bedrohte. Bei dem Streit soll es um die Entlohnung für die Liebesdienste der Frau gegangen sein. Wie die Polizei mitteilte, durfte der 50-Jährige Waffen besitzen.

Im Verlaufe des Streites gelang der Frau schließlich leicht verletzt die Flucht. Sie wurde laut Polizeisprecher Frank Kreft in ein Krankenhaus gebracht. Da noch im Laufe der Nacht eine Bonner Staatsanwältin die Durchsuchung der Wohnung des 50-Jährigen angeordnet hatte, die Kontaktaufnahme mit dem Mann aber scheiterte, wurde ein Spezialeinsatzkommando alarmiert.

Dabei habe man versucht, den 50-Jährigen vor dem Betreten der Wohnung mit einem Megafon anzusprechen und Kontakt herzustellen, stellte Kreft klar: „Schließlich war er kein Verbrecher.“ Erst als keine Reaktion erfolgte, hätten die SEK-Beamten die Wohnung geöffnet. Dort fanden sie den Mann leblos vor. Wie zu erfahren war, soll sich der 50-Jährige erschossen haben. Laut Kreft warten Kripo und Staatsanwaltschaft nun auf das Obduktionsergebnis.

http://www.general-anzeiger-bonn.de/index.php?k=loka&itemid=10001&detailid=955203&r=lf



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