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Montag, 19.12.2011:
Görlitz kämpft gegen Bordell
Die Puff-Mutter tarnt das Haus als Privat-Club und Frauen-Kunstverein
Moralische Grenzen gibt es aber trotzdem. Kein Wunder also, dass Bürger und Beamte aufschreien, wenn ein Liebeshaus in direkter Nachbarschaft einer Schule und einer Kirche betrieben wird.
So ist es seit Ende 2010 am Klosterplatz 17. An den geputzten Messingschildern steht: „Privat‘ Club“ und „Kunstförderverein“. Täglich ab 10 Uhr herrscht hier Verkehr, kommen Freier ins Haus.
Direkt gegenüber das Augustum-Annen-Gymnasium, keine 50 Meter weiter die Ev. Dreifaltigkeitskirche.
Pfarrer Hans-Michael Hanert (56) empört: „Befremdlich, dass es hier so etwas gibt. Besonders schlimm für die armen Schulkinder, die das Treiben täglich auf dem Schulweg erleben müssen.“
Eine besorgte Mutter, deren Mietshaus an den Bordellhof grenzt: „Ich habe meiner neunjährigen Tochter verboten, im Hof zu spielen. Man weiß ja nie, welches Volk dieses Haus jetzt so alles anzieht...“
Barbara Lange (69) ist die Puff-Mutter. Sie versteht die Aufregung nicht: „Unsere Damen erfüllen in den hübsch möblierten Zimmern auf vier Etagen nur menschliche Bedürfnisse. Ich selbst habe viele Verehrer. Vor allem junge Männer mögen meine Erfahrung.“
Und dann erklärt sie: „Hier gibt's keine übliche Prostitution. Der Interessent zahlt unten seinen Clubbeitrag, darf dann hoch auf die 200-qm-Spielwiese. Weil ich mit meinen Mädels auch Ausflüge in Oper, Galerien mache, gibt‘s den Kunstverein.“
Die Stadt hält den „Verein“ für ein Ablenkungsmanöver und rückte bereits vor Wochen mit Polizei, Ordnungs- und Bauaufsichtsamt zur Razzia an. Ergebnis: eine Aufforderung, das Liebesgewerbe zum 31. Dezember 2011 einzustellen. Bei Androhung einer Ordnungsstrafe von 3000 Euro.
Barbara Lange: „Man will uns in ein Gewerbegebiet abdrängen. Doch mein Anwalt geht bereits gegen die Stadt vor.“
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