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Montag, 01.11.2010:

Hat Prostituierte Kollegin fast zu Tode gewürgt?

SELM. Dass im Rotlicht-Milieu ein rauer Wind weht, ist bekannt. Dass sich jedoch die Damen gegenseitig an die Wäsche gehen, erleben auch die Richter mit der größten Berufserfahrung selten bis nie. Vor dem Landgericht Dortmund muss sich jetzt eine Prostituierte (41) aus Selm verantworten.

Es geht um drei ziemlich brutale Übergriffe auf Kolleginnen. Die 41-Jährige hat in ihrem Leben sicherlich weit mehr Tiefen als Höhen erlebt.

Mit 16 landete sie auf dem Strich, litt die folgenden zwei Jahrzehnte unter dem knallharten Regime eines Zuhälters und kann bis heute nicht vom Milieu lassen. Ende vergangenen Jahres soll sie in einem „Club“ in Selm eine andere Prostituierte angegriffen, geschlagen und gekratzt haben.

„Die ging wie eine Irre auf mich los“, erinnerte sich das Opfer gestern als Zeugin. „Wenn sie getrunken hatte, war sie einfach nicht zu halten.“ Bei dem Streit handelte es sich ganz offensichtlich um einen Zicken-Krieg der klassischen Art.

Die Angeklagte soll über eine Kollegin aus Litauen gelästert haben. Das wiederum passte einer anderen Kollegin nicht, die deshalb dazwischen ging. „Ich kann es nicht leiden, wenn man über andere Menschen lacht“, sagte die Zeugin.

Angriffe zugegeben

Die Selmerin hat diesen und zwei weitere Angriffe auf andere Prostituierte im Prozess weitgehend zugegeben. Unklar ist nur, wie heftig die Attacken waren. Während die Staatsanwaltschaft in einem Fall sogar davon ausgeht, dass die 41-Jährige das Opfer fast zu Tode gewürgt hat, behauptet die Angeklagte: „Ich habe nur ein bisschen an ihrem Hals gedrückt. Das war nicht lange, nur ein paar Sekunden.“
 
An den Grund für diesen heftigen Angriff in einem Saunaclub in Hamm kann sich die Selmerin angeblich gar nicht mehr erinnern. Sie will zuvor mit einem Gast vier Flaschen Sekt (Preis: 800 Euro) getrunken haben und mit ihm anschließend zwei Stunden auf dem Zimmer verbracht haben.



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