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Freitag, 23.09.2011:

Junge Frau erlebte die Hölle auf Erden

Rhein-Sieg-Kreis. Die Hölle auf Erden musste offenbar eine junge Frau durchleben: Die 24-Jährige soll von zwei Ex-Freunden - die anscheinend beide Mitglieder der Hells Angels sind - einen Monat lang immer wieder geschlagen, getreten, mit dem Tod bedroht und gefoltert worden sein, damit sie der Prostitution nachging.


Jetzt hat die Bonner Staatsanwaltschaft die mutmaßlichen Peiniger unter anderem wegen Freiheitsberaubung, Zuhälterei, Nötigung zu einer sexuellen Handlung und gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Der 40-Jährige aus Troisdorf und der 35-Jährige aus Euskirchen werden sich bald vor dem Landgericht verantworten müssen.

Anfang März 2011 hatte der 40-Jährige die Frau laut Anklage in ihrer Wohnung aufgesucht, sie mit einem Messer bedroht, zusammengeschlagen und ihr das Handy abgenommen. Dann soll der Komplize dazu gekommen sein und das Opfer mit zu sich nach Euskirchen genommen haben. In der Folgezeit musste die 24-Jährige anscheinend in Bordellen in Köln, Leverkusen und Hürth anschaffen gehen. Die gesamten Einnahmen in Höhe von knapp 3 500 Euro musste sie laut Anklage abgeben.

Als die junge Frau nach etwa vier Wochen behauptete, aufgrund einer Erkrankung der Prostitution nicht mehr nachgehen zu können, soll sie in die Wohnung des Troisdorfers gebracht worden sein. Dort wurde die 24-Jährige, so die Staatsanwaltschaft, zunächst geschlagen und getreten.

Dann soll der 40-Jährige ihr ein Skalpell vorgehalten und Schnittverletzungen angedroht haben. Zwar setzte er die Drohung offenbar nicht um - laut Anklage wurde dem Opfer jedoch mit einer Nadel in den Oberschenkel und den Arm gestochen. Auch habe die Frau Verbrennungen ersten und zweiten Grades erlitten. Letztlich wurde das Opfer laut der Staatsanwaltschaft aufgefordert, mit in den Wald zu fahren, wo die Frau sich ihr eigenes Grab schaufeln sollte.

Als die 24-Jährige darum gebettelt habe, weiter für die Männer in einem Bordell arbeiten zu dürfen, sei sie laufen gelassen worden - nicht ohne dass ihr laut Anklage gedroht wurde, dass ihren Familienangehörigen etwas angetan würde, falls sie am nächsten Tag nicht pünktlich erscheine oder zur Polizei gehe.

Doch die junge Frau suchte trotz dieser Drohung in der folgenden Nacht Hilfe bei der Polizei. Knapp zwei Wochen später schlugen die Ermittler zu: Der 40-Jährige soll von einem Spezialeinsatzkommando festgenommen worden sein, als er gerade mit seinem Auto von zu Hause losgefahren war. Beide Männer sitzen seitdem in Untersuchungshaft.



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