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Montag, 19.12.2011:
JUSTIZ: Sex zum halben Preis
Polizist erhebt schwere Vorwürfe
Polizist erhebt schwere Vorwürfe
NEURUPPIN - Der Kyritzer Polizist, der sich derzeit wegen Bestechlichkeit und Geheimnisverrat vor dem Amtsgericht Neuruppin verantworten muss, soll aus der Polizeiwache Kyritz einen Drogenschnelltest entnommen haben. Grund: Die Bordell-Besitzerin Dorota K. habe befürchtet, dass eine ihrer Prostituierten Drogen nahm, sagte gestern Staatsanwältin Dagmar Stürmer.
Was der Schnelltest bei der jungen Frau erbrachte, das wusste die Staatsanwältin aber nicht. Der Polizeihauptmeister Wolfgang K. soll in dem Bordell von Dorota K. Sex zum halben Preis erhalten haben. Drogen wären schädlich für das Image des Etablissements gewesen. Die Bordellchefin hatte gegenüber der Staatsanwaltschaft ausgesagt, dass sie Wolfgang K. in etwa 30 Fällen um das Prüfen von Autokennzeichen gebeten hat. „Sie hatte Angst vor fremden Zuhältern“, sagte Staatsanwältin Stürmer. Der Polizist Wolfgang K. sollte sie davor schützen. Strittig ist aber, ob der Beamte im Gegenzug den Sex zum halben Preis erhalten hat. Wolfgang K. behauptete gestern in seiner Erklärung, dass Dorota K. ihm gesagt habe, dass jeder Polizist bei ihr einen Rabatt erhalte. Dorota K. widersprach. Zwar habe sie mehrere Polizisten als Kunden in ihrem Haus gehabt, doch Sex-Rabatt soll lediglich Wolfgang K. eingeräumt worden sein.
Dieser weigerte sich zunächst, den Rabatt von 25 Euro anzunehmen. Doch soll Dorota K. ihm das Geld in die Jackentasche und unter den Scheibenwischer gesteckt haben. Daraufhin habe er sich nicht länger gegen die Bevorzugung gesträubt, so Wolfgang K. Der 52-Jährige erhob gestern schwere Vorwürfe. Demnach habe ein Ermittler des Landeskriminalamtes (LKA) zu ihm gesagt, dass die Polizeiführung seinen Kopf wolle und diese ihn auch kriege. Diesen Vorwurf wies der Ermittler gestern vehement zurück.
Am Montag soll die einstige Lieblingsprostituierte von Wolfgang K. gehört werden. Ob an dem Tag auch ein Urteil gefällt wird, ist offen. Bei einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr würde der Polizist, der verheiratet und mittlerweile suspendiert ist, seinen Job, den Beamtenstatus und die Pensionsansprüche verlieren. Bestechlichkeit wird mit einer Strafe zwischen sechs Monaten und fünf Jahren geahndet. (Von Andreas Vogel)
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