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Dienstag, 21.12.2010:

Landgericht: Prozess gegen mutmaßlichen Zuhälter mit weiteren Zeugenaussagen fortgesetzt

Am Landgericht Frankenthal wurde der Prozess um einen mutmaßlichen Zuhälter aus Ludwigshafen fortgesetzt. Ihm wird unter anderem vorgeworfen, im November 2009 eine Beziehung zu einer Prostituierten eingegangen zu sein und von ihr 20 000 Euro Ablöse gefordert zu haben, als sie das Verhältnis auflösen wollte. Beim gestrigen Verhandlungstag ging es vornehmlich um das Verhältnis zwischen dem Angeklagten Ralf S. und der Hauptbelastungszeugin und Nebenklägerin.

Mehrere Zeugen sagten aus, dass die Beziehung zwischen den beiden glücklich gewesen sei. "Was dem Ralf vorgeworfen wird, passt gar nicht zu ihm", gab eine frühere Freundin des Angeklagten an. Fünf Jahre lang seien die beiden ein Paar gewesen, bis sie nicht mehr damit klargekommen sei, dass ihr damaliger Freund "Kontakte mit Damen" gehabt habe. Er habe als Türsteher sowie als Wirtschafter in Clubs gearbeitet. Danach habe sie sich von ihm getrennt, sagte die Frau aus. Sie habe aber immer noch ein freundschaftliches Verhältnis zu ihm. Gewalttätig sei er ihr gegenüber nicht gewesen, als sie die Beziehung beendet hatte.

Auch andere Zeugen stuften die Vorwürfe gegen Ralf S. als nicht realistisch ein. Dieser habe kurz vor seiner Verhaftung mit der Hauptbelastungszeugin eine Reise nach Ägypten gebucht und angezahlt. Sie habe dem Angeklagten eine teure Uhr schenken wollen, sagte ein Zeuge aus. Ebenso sei sie sehr stolz über ihr Tattoo gewesen, das sie sich am Handgelenk mit den Initialen von Ralf S. habe stechen lassen.

Über die beruflichen Hintergründe der beiden schwiegen sich die Zeugen allerdings aus. Wie der Angeklagte ein großes Haus halten und sein Leben finanzieren konnte, wollte keiner der Zeugen wissen, im Gegensatz zu früheren schriftlichen Stellungnahmen an das Gericht. Darin war unter anderem davon die Rede, dass die Hauptbelastungszeugin "anschaffen" gewesen sei.

Nach acht Verhandlungstagen ist weiterhin kein Ende des Prozesses in Sicht. Die Verteidigung beantragte gestern, weitere Zeugen zu vernehmen sowie weiteres Beweismaterial wie Fotos und SMS zuzulassen.

Die Verhandlung wird am 10. Januar um 9 Uhr fortgesetzt.



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