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Donnerstag, 03.06.2010:

Leiche einer bulgarischen Prostituierten (24) auf einem Güterweg in Hohenruppersdorf entdeckt.

Einen grausigen Fund machten Arbeiter am Sonntagmorgen gegen 8.30 Uhr auf einem Güterweg zwischen Hohenruppersdorf und Niedersulz: Die Männer entdeckten eine nackte weibliche Leiche, die starke Brandspuren aufwies. Die Polizei ging sofort von einem Gewaltverbrechen aus, somit übernahm das Landeskriminalamt NÖ die weiteren Amtshandlungen.
Die Identität der Toten ist seit gestern, Montagabend, geklärt. Es handelt sich um die 24-jährige bulgarische Straßenprostituierte Petya Milkova Filkova. Von der Staatsanwaltschaft Korneuburg wurde noch für Sonntagabend eine Obduktion angeordnet. Das Ergebnis: Die Frau starb an einem Schädel-Hirn-Trauma, nachdem ihr der Täter drei Schläge auf den Kopf verpasst hatte.

Fest steht für die Ermittler auch, dass die Tötung keinesfalls dort geschah, wo die Leiche gefunden wurde, so Chefinspektor Leopold Etz vom Landeskriminalamt NÖ. Filkova dürfte schon 12 bis 24 Stunden tot gewesen sein, als sie auf besagtem Güterweg abgelegt wurde. Hier versuchte der Täter auch seine Spuren zu verwischen, indem er den Leichnam mit einem Brandbeschleuniger übergoss und anzündete.

War der Täter ein Zuhälter oder gar ein Freier?
Laut Etz laufen die Ermittlungen auf Hochtouren: „Mittels Abgängigkeits- und DNA-Analyse konnten wir bereits die Identität der Toten ermitteln. Jetzt fehlt uns noch der Täter - vielleicht ein Kunde oder Zuhälter - bzw. der Tatort. Dabei ersuchen wir die Bevölkerung um Mithilfe.“ Wer hat das Opfer am Freitag, 28. Mai, nach 21 Uhr im Bereich der Wiener Mariahilfer Straße, des Westbahnhofes oder an anderen Örtlichkeiten gesehen und kann ab diesem Zeitpunkt über den weiteren Verbleib der Bulgarin Angaben machen? Hinweise - auch vertraulich - an das Landeskriminalamt NÖ unter Tel. 059133/30 3333 oder jede Polizeidienststelle erbeten.

Kleidung des Opfers noch nicht gefunden
Das Opfer ist 1,55 Meter groß, schlank mit leichtem Bauchansatz, hat schulterlanges, schwarzes Haar und ein Muttermal im Bereich der rechten Nasenwurzel. Die Frau trug zuletzt schwarze Jeans, eine weiße Jacke, eine schwarze Bluse mit Tigermuster auf der Vorderseite sowie eine schwarze Handtasche. Ihre Kleidung wurde bis dato nicht aufgefunden. Ebenso fehlt aus ihrem Besitz die Kontrollkarte zur Verordnung zum Geschlechtskrankengesetz.
Verblüffend sind auf jeden Fall die Parallelen zu einem anderen Fall im Weinviertel vor drei Jahren, so Etz.

Damals war in Asparn (Bezirk Mistelbach) ebenfalls eine verkohlte Frauenleiche, aber mit abgehackten Händen, gefunden worden. Es handelte sich um die tschechische Prostituierte Katarina Vavrova. Dieser Mord ist bis heute nicht geklärt. Etz: „Vielleicht handelt es sich um denselben Täter, das wissen wir aber noch nicht.“ Etz tippt im Übrigen eher auf einen Einzeltäter: „Bei sexuell motivierten Gewaltverbrechen sind es meistens Einzeltäter.“
Die Einwohner in Hohenruppersdorf stehen natürlich unter Schock. Auch Vizebürgermeister Johann Hess kann die Tat kaum fassen: „Das ist ein Wahnsinn.“ Die Frauenleiche wurde unmittelbar vor seinem Weingarten auf einem Güterweg entdeckt.



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