Uetze. Unzufriedene Freier? Zuhälter, die ihr Revier markieren wollen? Oder Jugendliche, die Feuerteufel spielen? In der Nacht zu Dienstag brannten an der B 214 im Bereich Uetze zwei Wohnwagen ab, in denen sich tagsüber Frauen prostituieren – sogenannte „Love-Mobile“.
Dabei sieht wenig nach einem Zufall aus: Beide Wagen wurden laut Polizei vorsätzlich angezündet. Die Feuerwehr Uetze war gerade beim ersten Brand, als die Polizei über einen weiteren, nur einige hundert Meter weiter die B 214 hinab, informierte. Um 23.15 Uhr hatten unabhängig voneinander ein 27-jähriger und ein 42-jähriger Passant die Feuer der Behörde gemeldet.
Erst vor wenigen Tagen hatte ein „Love-Mobil“ in Langenhagen an der L 190 bei Kaltenweide gebrannt. Da war die Polizei von fahrlässiger Brandstiftung ausgegangen – eine Zigarette wurde als Ursache ausgemacht. Nach Monaten, in denen kein Wohnwagen brannte, eine zufällige Häufung? „Wir ermitteln, ob Zusammenhänge bestehen“, sagt Sprecher Thorsten Schiewe. Vielleicht hat jemand es nur nach Brandstiftung aussehen lassen wollen? Unwahrscheinlich, meint die Polizei. „Unsere Ermittler arbeiten nach dem Ausschlussverfahren – ein technischer Defekt lag nicht vor. Vorsätzliche Brandstiftung geschieht meistens nicht mit einer Zigarettenkippe“, so Schiewe.
Eine Häufung von Fällen gab es zuletzt im Jahr 2009. Hagen Schreiber, Leiter des Fachkommissariats Milieu: „Damals sind in einem Jahr sechs Wagen abgebrannt – allerdings gab es weder bei den Ursachen noch bei Tatzeiten und -orten Übereinstimmungen.“ Alles Zufall? „Wir konnten keine Zusammenhänge ermitteln“, sagt der Ermittler. Über mögliche Revierkämpfe spekuliert Schreiber nicht: „Dafür haben wir keine Anhaltspunkte.“
Die Prostituierten fanden sich bei keiner der drei aktuellen Brände in den Wohnwagen oder in deren Nähe.