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Montag, 22.08.2011:
Nachfrage ja, Angebot nein
Weil 16-Jährige ihren Körper verkaufen dürfen, wähnt sich die Schweiz als Insel des Teenie-Sex. Doch ein Blick hinter die Kulissen zeigt: Minderjährige prostituieren sich kaum.
Es gibt eine Handvoll Schweizer Bordelle, die Sex mit Minderjährigen propagieren oder zumindest suggerieren: «Der Teeny-Treffpunkt Nr. 1», heisst es auf der Website eines Studios. «Vom Schulmädchen bis zum süssen, verdorbenen Früchtchen», wirbt das mittlerweile geschlossene Studio «Photopoint» an der Hönggerstrasse in Zürich, auf dessen Website blutjunge Frauen in Mädchenposen abgebildet sind.
Das Bordell scheint tatsächlich minderjährige Sexarbeiterinnen rekrutiert zu haben. «Leiste Dir jeden Luxus (teure Parties, Ferien auf Ibizà, Marken-Klamotten) und geniesse das Leben!», heisst es in der Rubrik «Jobs» auf der noch aktiven Webseite. Anfängerinnen seien willkommen, den Verdienst gebe es bar auf die Hand.
Etikettenschwindel
Die Schweiz als Insel für bezahlten Sex mit Minderjährigen - dies will der Bundesrat mit der Anhebung des Schutzalters von 16 auf das europäische Niveau von 18 Jahren nun beheben. Ein Streifzug durch Freier-Foren und Websites der einschlägigen Bordelle zeigt jedoch: Das «Photopoint» scheint ein Einzelfall zu sein. Teeny-Dirnen sind auch in der Schweiz kaum zu finden.
Wenn man die mit mädchenhaften Models werbenden Startseiten der «Teeny»-Bordelle verlässt und sich die «Girls» anschaut, die man dort tatsächlich antrifft, stellt man fest: Alle sind mindestens 18 Jahre alt - einige dem Aussehen nach wohl auch noch ein paar Jahre mehr.
Marginales Phänomen
Michael Herzig von den sozialen Diensten der Stadt Zürich bestätigt, dass es sich bei den Teeny-Dirnen um ein marginales Phänomen handelt: «Bei den niedergelassenen Sexarbeiterinnen gibt es pro Jahr nur einige wenige, die minderjährig sind.» Die Osteuropäerinnen mit Touristenvisa hingegen seien auf dem Papier alle 18 Jahre alt - «Wir sind aber sicher, dass einige noch noch volljährig sind.»
Die Altersfrage wird auch in einschlägigen Foren, wo sich Freier über ihre Erlebnisse austauschen und sich gegenseitig Prostituierte empfehlen, ausgiebig diskutiert.
Im Ausgang versuchen
Die Nachfrage ist da, zweifellos: «In welchem Puff gibts 16-18 jährige Teenies/Lolitas?», wird da gefragt, manchmal auch von Deutschen, die extra dafür nach Zürich fahren. In den meisten Fällen müssen sie sich aber mit älteren Damen begnügen, wie ihnen die Schweizer Kollegen berichten. «Ich habe mal eine gesehen, dort stand 17 Jahre. Ich bin dann vorbeigegangen. Die war bestimmt um die 29 Jahre alt! Mit 17 hat man noch keine Falten», meint ein Sexkäufer. «Bei jungen Girls kann man normalerweise zum inserierten Alter ca. drei Jahre dazuzählen», ein anderer. Und ein dritter rät, es besser auf die klassische Tour zu versuchen: «Ich denke im Ausgang hast Du mehr Chancen; wenn man nett anzusehen ist, dann mögen die Mädels die älteren Herrn!»
Sex mit Minderjährigen ist auch innerhalb der Freiergemeinschaft umstritten: «Die Krux an den echten 16-18-Jährigen ist doch die, dass die das nicht aus Freude und völlig freiwillig als ihre berufliche Laufbahn ausgewählt haben», meint ein Freier.
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