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Samstag, 08.10.2011:

Nicole R. – vor 4 Wochen von Zuhälter niedergeschossen

„Dass ich noch lebe, ist ein Wunder“

Berlin – Sie sitzt in der Sonne, lächelt zaghaft. Nicole R. (26) hat Angst. Immer wieder blickt sie beim Fototermin mit BILD über ihre Schulter. Da ist niemand. Aber die Angst ist da.


Diese grausame Angst, dass da einer kommt mit einer Pistole, auf sie zielt – und abdrückt! Nicole ist die junge Frau, die am 17. Juli vor einem Imbiss an der Dörpfeldstraße (Köpenick) von Zuhälter Lothar M. (56) mit einem Schuss in den Bauch niedergeschossen wurde!

„Dass ich noch lebe, ist ein Wunder“, sagt Nicole. In BILD spricht sie über die Nacht, die sie beinahe nicht überlebt hätte.

Eine Kugel durchschlug ihren Po, zerfetzte den Magen! Dort blieb das Projektil stecken. Not-OP, Intensivstation, eine Woche Koma. Eine Narbe wird sie ein Leben lang an die schlimmste Nacht ihres Lebens erinnern.

Doch viel schlimmer sind die Bilder, die jede Nacht kommen. „Ich wache schweißgebadet auf. Sehe immer wieder Lothar vor mir, wie er mich umarmt. Die Pistole rauszieht und mich erschießen will.“

Lothar M. war ihr Verehrer, ihr Zuhälter. „Er stellte mir schon eine Weile nach. Er hat sich, nachdem ich von Mecklenburg- Vorpommern nach Berlin gezogen war, um mich gekümmert. Mir Geld geliehen. Er verliebte sich in mich. Setzte mich unter Druck, stalkte mich“, sagt Nicole.

Für ihn ging sie auf den Strich. „Es war schwer, mich an Freier zu verkaufen. Ich begann zu trinken und Drogen zu nehmen, damit es leichter geht.“ Doch sie wollte raus. Sie nahm einen Job in einer Imbiss-Bude an.

DER TATTAG: „Ich denke, Lothar wollte mich bestrafen, weil ich mich losgesagt hatte von ihm und dem Strich. Er umarmte mich, sagte: ‚Ich habe dich lieb.‘

Da spürte ich in seiner linken Hand die Pistole. Ich riss mich los, rannte weg. Drehte mich um. Da hob Lothar die Waffe. Es knallte. Ich merkte, dass er mich getroffen hatte. Ich bekam Schmerzen in der Magengegend. Wie ein nasser Sack brach ich zusammen.“

Nicoles Terminkalender ist voll mit Arztterminen. Ihr Töchterchen (3) lebt bei der Oma in Mecklenburg. Nicole will ihre Angst besiegen. Sie will leben.



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