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Freitag, 23.09.2011:

Polizei kauft sich Familie Straßenstrich

Berlin –



Scheinbar bieder sitzt Inge K. (76) in ihrem Wohnzimmer und lächelt. Doch der Schein trügt: In der Nacht zum Donnerstag durchsuchte die Polizei die Wohnungen ihres Sohnes, ihres Enkels und die eines Bekannten, nahm die Männer fest. Die schlimmen Vorwürfe gegen die Familienbande: Körperverletzung, Freiheitsberaubung, Bedrohung, Verstoß gegen das Waffengesetz und Nötigung im Rotlichtmilieu.


„Die Berliner Staatsanwaltschaft hatte nach wochenlangen Ermittlungen richterliche Durchsuchungsbeschlüsse bewirkt, diese wurden in der Nacht zu gestern vollstreckt“, so ein Polizeisprecher. Gegen 18.30 Uhr durchsuchten die Ermittler zunächst das Haus von Helmut K. in der Schönhauser Straße in Französisch-Buchholz. „Neben Beweismitteln zum genannten Verfahren wurden zudem Sprengstoff, eine Mörsergranate, eine Maschinenpistole sowie verschiedenartige Munition sichergestellt“, so der Sprecher weiter. Helmut K. (57)wurde noch im Haus festgenommen.

Zeitgleich schlugen die Beamten in der Bülowstraße in Schöneberg zu, nahmen den 58-jährigen Muharen G. fest – ein enger Freund und Komplize der Familie K. Doch damit nicht genug: Nur wenige Stunden später klickten auch bei Maik K. (30) die Handschellen. Er ist Helmuth K.’s Sohn, auch bei ihm fanden die Beamten „diverse Waffenteile und Munition.“

Die Ermittler sind überzeugt: Die Waffen waren dazu gedacht, „mögliche Streitigkeiten im Rotlichtmilieu“ zu klären. Denn seit rund sechs Jahren gingen die K.’s dem Geschäft mit der käuflichen Liebe nach, schafften junge Mädchen aus Polen auf den Kurfürstenstrich, kassierten die Straßenhuren dann kräftig ab.

„Meine Mutter hat diesen Muharen vor sechs Jahren kennengelernt und ihr das Geschäft mit den Mädchen aus Polen vorgeschlagen“, so ein Bruder von Helmut K. zum KURIER. Er selbst habe die „Finger davon gelassen“, seine Mutter Inge und sein Bruder Helmut hingegen kamen mit Muharen G. ins Geschäft. „Meine Mutter hatte ja auch noch gute Kontakte nach Polen, sie hat früher Mal im deutschen Konsulat in Wozlav gearbeitet“, so der Bruder weiter. Ilse K. leugnet nicht, viele der oft drogenabhängigen Huren vom Kurfürstenstrich zu kennen. Sie sagt: „Wir sind aber lieb zu den Mädchen, begleiten sie sogar zum Arzt und so.“ Dass Familie K. alles andere als lieb ist, davon sind die Ermittler überzeugt. Helmut K. und Muharen G. wurden gestern dem Haftrichter vorgeführt, auch gegen Maik K. wird weiter ermittelt.



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