Bremen. Nach enger Zusammenarbeit zwischen den bulgarischen und deutschen Polizeibehörden ist jetzt ein 43-jähriger Bulgare in seinem Heimatland festgenommen worden. Die Bremer Polizei ermittelt gegen ihn wegen schwerem Menschenhandel und Vergewaltigung.
Ihm wird vorgeworfen, eine junge Tschechin sowie eine Bulgarin unter Vorspieglung falscher Tatsachen nach Bremen gelockt und hier zur Zwangsprostitution gezwungen zu haben. Die beiden Frauen waren bei einer Hausdurchsuchung von der Polizei aus ihrer Notlage befreit worden.
Das Verfahren gegen den mutmaßlichen Menschenhändler sowie seine 24-jährige Lebensgefährtin und den ebenfalls 24-jährigen Sohn des Mannes hatte die 19-jährige Tschechin ins Rollen gebracht. Ihr war es gelungen, ihren Freund in Tschechien per SMS zu benachrichtigen. Dieser hatte daraufhin die bulgarische Polizei eingeschaltet, die sofort Kontakt zu ihren Bremer Kollegen aufnahmen.
„Das Beispiel zeigt, dass den Frauen geholfen werden kann, wenn sie den Mut oder die Gelegenheit finden, sich uns zu offenbaren“, betonte gestern Polizeisprecher Dirk Siemering auf Nachfrage. Die Staatsanwaltschaft hat unterdessen Anklage gegen alle drei erhoben. Nach dem Sohn wird noch gefahndet.