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Montag, 17.10.2011:
Polizei warnt Bürger
Chef der Kriminalpolizei appellierte an die Hannoveraner, ihr Geld „nicht dort auszugeben, wo die Hells Angels davon profitieren“. „Jeder, der das tut, muss wissen, dass er damit die Position der Rocker und ihres Chefs stärkt“, sagte Rochell, der am 1. November das Amt des stellvertretenden Polizeipräsidenten in Hannover übernimmt – und damit der neue starke Mann im operativen Geschäft wird.
Die Aktivitäten der dem Bereich der organisierten Kriminalität zugerechneten Hells Angels in Hannover und anderswo haben in jüngster Zeit auch bundesweit Ermittler auf den Plan gerufen. Das Land Hessen hat zwei Gruppierungen der Hells Angels verboten, die Teile des Frankfurter Rotlichtmilieus kontrolliert haben sollen. Schleswig-Holstein hat als Konsequenz aus einem sogenannten Rockerkrieg zwei Ortsvereine der Banden Hells Angels und Bandidos verboten.
In Hannover hat sich das Steintorviertel unter der Regie von Hells-Angels-Chef Frank Hanebuth zu einer Party- und Amüsiermeile entwickelt, in der es neben Bordellen und Sex-Shows auch Szenebars gibt, die ein junges Publikum anlocken. Über ein verschachteltes Firmensystem stellen die Hells Angels unter anderem Türsteher bereit, vertreiben eine eigene Spirituosen- und Zigarettenmarke sowie T-Shirts und weitere Artikel mit ihren Emblemen. Zwar gebe es nicht „den konkreten Anfangsverdacht“, dass die hannoverschen Rocker in Bereichen der organisierten Kriminalität wie Menschenhandel oder Drogengeschäfte tätig seien. Man müsse aber davon ausgehen, dass auch in dieser Gruppierung „Waffen verfügbar sind“, sagte Rochell weiter.
Das „System Hanebuth“ am Steintor funktioniere nur mit einem massiven Drohpotenzial. Die Polizei ermittle bei konkreten Hinweisen „mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln“, betonte Rochell. „Und wir versuchen, diesen Gruppierungen auf den Füßen zu stehen, wo es nur geht. Wir lassen es nicht zu, dass sie öffentlichen Raum für sich reklamieren“, ergänzte der Kripo-Chef. Rochell widersprach aber vehement Einschätzungen von außerhalb, dass Hannover in der Hand der Hells Angels sei. Davon könne überhaupt keine Rede sein, die Aktivitäten der Rocker konzentrierten sich auf einige wenige Bereiche. Für falsch halte er allerdings, wenn Einrichtungen der Hells Angels sogar auf Werbebroschüren der Stadt Hannover auftauchten.
Volker Goebel und Tobias Morchner
http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Hannovers-Polizei-warnt-Buerger-vor-dem-Steintorviertel
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