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Donnerstag, 13.10.2011:

Prostituierte belastet Angeklagten schwer

Im Prozess um die mutmaßliche Verschleppung und Vergewaltigung von zwei Prostituierten hat nun auch das zweite Opfer den Hauptangeklagten schwer belastet.


Die junge Frau aus Asch schilderte am Mittwoch den Richtern des Landgerichts Hof unter Tränen, dass der 35-jährige Wunsiedler ihr und ihrer Bekannten gedroht habe, dass er sie nicht mehr nach Hause lassen werde, wenn sie nicht täten, was er von ihnen wolle. Nachdem er sie in jener April-Nacht nicht, wie vereinbart, nach Eger, sondern nach Wunsiedel gefahren hatte, habe er den Frauen bedeutet, dass in seiner Straße "die Russenmafia" wohne. Außerdem habe er ihnen eine Schusswaffe gezeigt und ihnen damit gedroht, sie nach Kanada zu bringen. Unter dem Eindruck dieser Drohung hätten sie und ihre Bekannte schließlich alles mit sich geschehen lassen. Die junge Frau war nach eigenen Worten in Asch schon einmal von einem deutschen Freier fast umgebracht worden; dieser Täter konnte nie ermittelt werden.Die Staatsanwaltschaft Hof wirft dem wegen Vergewaltigung vorbestraften 35-jährigen Wunsiedler neben Freiheitsberaubung auch Bedrohung und Nötigung vor. So soll er seine Ehefrau massiv bedroht haben, weil sie sich von ihm trennte. Auch sie belastete ihn als Zeugin schwer.Entlastet wurde gestern der Mitangeklagte, ein 31-jähriger Nachbar des Wunsiedlers. Ihm wirft die Staatsanwaltschaft ebenfalls Vergewaltigung vor, weil er sich an den beiden Tschechinnen vergangen haben soll, während sie noch unter dem Eindruck der Bedrohung durch den Hauptangeklagten standen. Die Prostituierte erklärte hingegen gestern, sie habe nicht den Eindruck gehabt, dass der 31-Jährige gewusst habe, dass sie und ihre Bekannte gegen ihren Willen in der Wohnung festgehalten wurden.Dem Mann wird zudem versuchte schwere Körperverletzung vorgeworfen, weil er Sexualkontakt mit den Frauen hatte, obwohl er von seiner Infektion mit Hepatitis C wusste. Die Zeugin sagte gestern, dass diese Krankheit bei einer Drogentherapie nach dem Wunsiedler Vorfall nun auch bei ihr diagnostiziert worden sei. Dies war dem Gericht bisher noch nicht bekannt.



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