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Dienstag, 20.12.2011:
Prostituierte lockte Freier 135.000 Euro heraus: Haft
SALZBURG. Eine ungarische Prostituierte und deren Zuhälter haben einen 46-Jährigen aus dem Salzburger Flachgau um insgesamt 135.000 Euro betrogen. Sowohl die Prostituierte als auch der Zuhälter wurden wegen Betrugs zu jeweils zwei Jahren teilbedingter Haft verurteilt.
SALZBURG. Eine ungarische Prostituierte und deren Zuhälter haben einen 46-Jährigen aus dem Salzburger Flachgau um insgesamt 135.000 Euro betrogen. Sowohl die Prostituierte als auch der Zuhälter wurden wegen Betrugs zu jeweils zwei Jahren teilbedingter Haft verurteilt.
Der Mann hatte sich Hals über Kopf in die Frau verliebt. Am Landesgericht Salzburg wurde heute, Montag, der Prozess gegen die beiden fortgesetzt. "Meine Ambition war, sie vom Strich wegzuholen und eine Existenz mit ihr in Ungarn aufzubauen. Ich war blind vor Liebe, ich hätte alles für sie getan", erklärte das Opfer heute. Die beiden Angeklagten bekannten sich nicht schuldig.
Der 46-Jährige hatte die Prostituierte aus Ungarn im August 2010 auf dem Straßenstrich in der Stadt Salzburg kennengelernt. Die beiden trafen sich häufig, gingen Kaffee trinken, der Freier verliebte sich. Im September berichtete die Angeklagte, Schulden zu haben, und bat das Opfer um Geld. 2.350 Euro übergab der Flachgauer der Frau, um Leasing-Schulden zu begleichen. Weitere 7.700 Euro überwies er ihr für angebliche Mietschulden. Es folgten laufend weitere Zahlungen. Zunächst ging es stets um eine Wohnung in Ungarn, die bezahlt werden musste. In dieser wollte sich der 46-Jährige mit seiner Flamme eine neue Existenz aufbauen, der Vorschlag für eine gemeinsame Zukunft kam von der Ungarin. "Sie wollte von der Straße weg, ich wollte ihr dabei helfen, ordentliche Verhältnisse schaffen", erklärte das Opfer.
Den Zuhälter seiner Geliebten traf das Opfer im Dezember 2010 zum ersten Mal während einer Reise nach Ungarn. Der 46-Jährige wurde dazu aufgefordert, auf die Reise einen Betrag von 6.200 Euro mitzunehmen. "Wir sind dann in Ungarn alle drei gemeinsam in ein Pfandleihhaus gegangen, wo wir das Geld gegen Schmuck eingetauscht haben. Dieser sollte teurer weiterverkauft werden, ich sollte das Geld mit einem gebührenden Aufschlag zurückbekommen", sagte das Opfer. Außerdem schlug der Zuhälter ihm vor, in ein Geschäft mit antiken Möbeln einzusteigen. Es blieb jedoch nicht bei der anfänglichen Investition von 15.000 Euro. "Bis in den April hinein ging es ständig um Möbelkäufe. In Ungarn wurden mir einige antike Stücke gezeigt. Sie sagten, die Geldbeträge, die ich zahlen musste, wären für den Kauf weiterer Möbel gewesen. Zusammengerechnet habe ich bis zu diesem Zeitpunkt rund 64.000 Euro hergegeben", sagte das Opfer aus.
Im Mai zahlte der 46-Jährige 3.800 Euro für den in Ungarn in Haft sitzenden Zuhälter seiner Freundin. "Sie sagte mir, ihr Freund sitze im Gefängnis, weil er mit einem Gemälde gehandelt habe, das sich als gefälscht herausstellte", so das Opfer. Weiters gab der Österreicher dem Zuhälter Geld für Schulden beim Finanzamt, eine Pferdezucht und Immobiliengeschäfte, und seiner Freundin für eine angebliche Chemotherapie ihrer Mutter. Auch unterstützte er ihren Lebensunterhalt finanziell. Ende August 2011 arbeitete die Prostituierte bei der Mutter des Opfers als Haushaltshilfe. In dieser Zeit soll sie die Eltern des 46-Jährigen um 21.000 Euro bestohlen haben.
"Für einen Haustausch, von dem ich erneut profitieren sollte, wollten die beiden weitere 10.000 Euro von mir. Ich habe ihnen gesagt, ich habe dieses Geld nicht", sagte das Opfer vor Gericht. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Mann bereits zwei Kredite bei der Bank aufgenommen. Bei der vereinbarten Geldübergabe in Mondsee waren Polizei und Cobra bereits eingeschaltet. Doch der Coup scheiterte, die beiden Ungarn flohen mit dem Auto über die Westautobahn, konnten jedoch von zwei Zivilstreifen kurze Zeit später festgenommen werden.
Urteil: Zwei Jahre teilbedingte Haft
Sowohl die Prostituierte als auch der Zuhälter wurden wegen Betrugs zu jeweils zwei Jahren teilbedingter Haft verurteilt. Beide müssen drei Monate unbedingt absitzen, der Rest wurde auf Bewährung ausgesetzt. Da sie sich seit Ende September in Haft befinden, werden sie also mit Monatsende auf freien Fuß gesetzt. Die Urteile sind bereits rechtskräftig. Dem Opfer wurde 116.500 Euro Schadenersatz zuerkannt.
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