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Sonntag, 06.03.2011:
Schlag gegen das Rotlicht-Milieu
Die Augsburger Kriminalpolizei hat am Mittwoch einen groß angelegten Schlag gegen das Rotlicht-Milieu geführt. In der Region Augsburg sowie in Landsberg, Memmingen, Gotha, Erfurt und Weimar gab es Durchsuchungen in acht Wohnungsbordellen. Zudem wurden zwei Männer und zwei Frauen festgenommen. Sie sitzen wegen des Verdachts auf Menschenhandel und Zuhälterei in Untersuchungshaft. Schwerpunkt der Aktivitäten sollen Augsburg und der Süden des Landkreises Augsburg gewesen sein.
Die Gruppe soll laut der Augsburger Kripo, die die Ermittlungen zentral führt, mehrere als Wellness- und Massagestudios getarnte kleinere Bordelle unterhalten haben. Dafür sollen die mutmaßlichen Täter junge Frauen aus Rumänien nach Deutschland gebracht und ausgebeutet haben.
Laut Ermittlungen bekamen die Frauen nur einen Bruchteil der Einnahmen. Zudem sollen ihnen die Freier zugewiesen worden sein, ohne dass sie Einfluss auf die Auswahl hatten. Dies würde Zuhälterei bedeuten. Die Polizei geht davon aus, dass die Frauen durch verschiedene Bordelle in Deutschland geschleust wurden. Wie viele aus Rumänien kamen, ist unklar. „Das war ein organisiertes Kommen und Gehen“, sagt Helmut Sporer, Leiter des Kommissariats 1 der Kripo. Die Polizei vermutet, dass das Geschäft schon seit Jahren lief.
Bei den aktuellen Durchsuchungen stieß die Polizei auf zehn Frauen (18 bis 32 Jahre), die offenbar als Prostituierte tätig waren. Sie werden nun von Solwodi, einer Hilfsorganisation für Opfer von Menschenhandel, betreut. Einen Teil des Geldes schickten manche Frauen offenbar nach Rumänien zurück, um dort ihre Familien zu unterstützen.
70 Polizisten im Einsatz
Bei den Tatverdächtigen handelt es sich um einen 53-Jährigen, der in Landsberg wohnt; weitere mutmaßliche Mittäter sind eine 42-jährige Mannheimerin und ein 39-Jähriger und eine 27-Jährige in Memmingen. Bei den Durchsuchungen stellte die Polizei einen fünfstelligen Bargeldbetrag und umfangreiche Unterlagen fest. Insgesamt waren an der Aktion rund 70 Kripo-Beamte beteiligt.
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