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Sonntag, 11.07.2010:
Schweden: Sexkauf als Rücktrittsgrund?
War es nun der in der Öffentlichkeit ausgetragene Obsorgestreit mit seiner Ex-Frau oder strafbare Handlungen im Bereich der Prostitution? Vergangene Woche nahm Schwedens Arbeitsminister Sven Otto Littorin, der bis dato als eine Art Wunderkind des bürgerlichen Blocks galt, zehn Wochen vor der Wahl den Hut. Der offizielle Grund: sein Scheidungsdesaster und der öffentlich ausgetragene Kampf um die drei Littorin-Kinder (KURIER.at berichtete, siehe Hintergrund).
Doch nun zeigt sich eine andere Seite der Medaille: Littorin ist von der Boulevardzeitung Aftonbladet mit dem Vorwurf konfrontiert worden, er habe käuflichen Sex erworben. Dies ist in Schweden generell strafbar. Littorin hat die Vorwürfe gegenüber Regierungschef Fredrik Reinfeldt als unwahr bezeichnet. Reinfeldt stellte sich am Samstag demonstrativ hinter seinen zurückgetretenen Parteikollegen und sprach diesem sein Vertrauen aus.
Aftonbladet stützt seine Angaben auf die Aussage einer 30-jährigen Frau, die behauptet, Littorin im Spätsommer 2006 einmal um 2000 Kronen (211 Euro) ihre Dienste verkauft zu haben. Littorin soll bei dem via Internet zustande gekommenen Treffen ein Pseudonym benützt haben. In Schweden ist der Kauf von Sex seit 1999 unter Strafe gestellt und kann mit einer Haftstrafe von bis zu sechs Monaten geahndet werden.
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