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Sonntag, 12.12.2010:
Sex-Süchtiger übergießt Therapeut mit Benzin
Bonn –
Ein Gerichtsvollzieher hatte Peter F. (46, Name geändert) gerade aus seiner Wohnung vertrieben, von Frau und Kindern getrennt. Da drehte der Euskirchener durch: Er verübte einen Brandanschlag auf seinen Psychiater. Den machte er für seine Lebenstragödie verantwortlich. Jetzt steht der sexsüchtige Mann wegen versuchten Mordes in Bonn vor Gericht.
Erst schnappte sich der verrentete Arbeiter Peter F. einen Benzinkanister, fuhr mit seinem Rad zu einem Psychiater. Dann stürmte er direkt ins Sprechzimmer, übergoss den Therapeuten mit Benzin und versuchte, ihn mit einem Feuerzeug anzustecken. F. rief: „Du A..., wegen dir verliere ich meine Wohnung. Das wirst du büßen.“ Laut Anklage brannte der Doktor nur deswegen nicht, weil das Feuerzeug von F. nicht funktionierte. Da prügelte der Patient erst auf seinen Psychiater ein, dann flüchtete er.
Wie kam der Euskirchener dazu, den Arzt mit Benzin zu übergießen? Peter F. hatte seine ganze Tragödie selbst ins Rollen gebracht - mit einer Selbstanzeige 2006. Damals beichtete er, dass er drei Jahre zuvor seine dreijährige Tochter missbraucht habe. Die Polizei schaltete das Jugendamt ein, das gegen F. zu prozessieren begann.
Am Ende befand das Kölner OLG: F. leidet unter Sexsucht, ist psychisch krank, hat ein Gewaltpotenzial und einen Hang zur Pädophilie – er muss von Frau und zwei Kindern getrennt werden. Gegen den Willen seiner Familie musste F. die gemeinsame Wohnung verlassen.
Der 46-Jährige hatte inzwischen selbst Hilfe bei Ärzten, auch dem in Euskirchen, gesucht - seine Sexsucht und Neigungen fand er „nicht okay.“ Doch bei den Psychiatern fühlte er sich nicht aufgehoben. Schließlich entwickelte er einen Wahn. F.: „Die Ärzte haben mich und meine Tochter manipuliert.“
Das Gericht hat Psychiater Dr. Wolf Gerlich als Gutachter bestellt. Er soll zur Frage Stellung beziehen, ob der Angeklagte in die Psychiatrie eingewiesen werden sollte. Die Zeichen dafür stehen nicht gut: Peter F. gilt als kaum behandelbar - er lehnt Medikamente ab.
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