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Mittwoch, 08.09.2010:
Stadt Regensburg rügt leichte Damen wegen Pflicht zum Kondom!
Am Hohen Kreuz schlagen die Wellen wieder einmal hoch. Kam erst kürzlich ein waschechter CSU-Staatssekretär im Stadtosten vorbei, um sich ein Bild von Wohnhaus-Prostitution über einem Schlecker-Markt zu machen, ist es nun eine Internet-Seite, die sogar die Stadt Regensburg auf den Plan rief. Nach Angaben des Ordnungsamts-Leiters Alfred Santfort hat seine Behörde nach Beschwerden aus der Bevölkerung eine Warnung an drei Prostituierte geschrieben.
„Anwohner rund um die Straße Hohes Kreuz haben uns darauf hingewiesen, dass im Internet Homepages von dort tätigen Prostituierten existieren, auf welchen ungeschützter Geschlechtsverkehr angeboten wird”. Das aber widerspricht einer Verordnung zur Verhütung übertragbarer Krankheiten und dem darin enthaltenen Paragraphen „6” (!): „Kondomzwang bei Prostituierten”.
Hausverwalter Robert Maier indes ärgert sich vielmehr über eine seiner Ansicht nach bigotte Anliegerschaft: „Nur weil das Haus einer CSU-Stadträtin angrenzt, wird hier so ein Gewese gemacht”, sagt Maier. Seinen Angaben zufolge sei das Ordnungsamt von einem Anwohner verständigt worden, „der angerufen hat, um eine Dienstleistung wahr zu nehmen – als er dann feststellte, holla, das ist ja bei mir nebenan, da hat er ganz schnell aufgelegt und ist zum Amt gelaufen”. Bei einer Begehung sei „nicht einmal ein Ordnungsgeld ausgeschrieben worden. Nicht einmal 20 Euro Strafe hat das gekostet, weil kein Schild ausgehängt war, das auf die Verordnung hinweist. Und jetzt macht man so einen Wirbel”, schimpft Maier. Zudem kündigt er rechtliche Schritte gegen jeden an, der Unwahrheiten über die leichten Damen verbreite.
Keine Lösung also in Sachen Wohnhaus-Prostitution? Kann man nichts gegen die leichten Damen unternehmen? „Wenn jemand in einer Wohnung lebt, dann darf er das”, sagt CSU-Stadträtin Bernadette Dechant. „Allerdings muss man dort auch wirklich wohnen”. Offenbar sind mittlerweile nicht nur die Stadt Regensburg, sondern auch andere Stellen eingeschaltet – etwa die Regierung der Oberpfalz.
Maier indes wirft Dechant und anderen Anwohnern vor, ihre moralischen Vorstellungen auch anderen aufzwingen zu wollen. „Das gab es schon immer und wird es auch immer geben, soetwas”, so Maier. „Schließlich gibt es die Bedürfnisse ja auch – die kann ich doch nicht verurteilen. Ich selbst habe zwar für Sex noch nie bezahlt”, meint der Gastronom. „Aber wenn wir uns mal ehrlich sind, ist ein Freudenhaus wie in der Adolf-Schmetzer-Straße doch ein viel größerer Schandfleck, als wenn hier im Stadtosten einige Damen dezent ihrer Tätigkeit nachgehen”.
Verständnisvoll geht auch die Stadt Regensburg mit den leichten Damen um: „Zu einzelnen Fällen können wir als Verwaltungsbehörde keine Auskunft erteilen”, so Santfort auf weitere Nachfragen.
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