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Mittwoch, 17.08.2011:
Wirt erschießt zwei Rotlicht-Größen
Es knallt wieder im Milieu – und zwar gewaltig. Bei einer Schießerei in Barmbek sind zwei Unterweltler (25 und 30) getötet worden. Der mutmaßliche Täter, Yasser B. (31), betreibt einen stadtbekannten Rotlicht-Treff. Auslöser für das Blutbad von Barmbek war offenbar der Streit um eine Frau.
Die Hamburger Straße um kurz nach Mitternacht: Mehdi A. (25) und Majid P. (30) betreten die „Chill inlounge“. Mehdi A. ist stinksauer. Ihm ist zu Ohren gekommen, dass Yasser B. (31), der Betreiber der Bar, seine Freundin beleidigt haben soll. Den als Gewalttäter bekannten Türsteher Majid P. hat er als Verstärkung mitgebracht. Sicher ist sicher. Denn die „Chill inlounge“ gilt als einer der Treffpunkte für Milieu-Mitglieder.
Kaum haben die beiden die Bar betreten, kommt es zum Streit. Mehdi A. und Yasser B. fackeln nicht lange: Nach kurzer Kraftmeierei fliegen die Fäuste, die Auseinandersetzung verlagert sich auf die Straße. Plötzlich fallen mehrere Schüsse.
Mehdi A. wird tödlich mit einem Schuss ins Herz getroffen. Er stirbt noch am Tatort. Auch Majid P., der mit dem Streit eigentlich gar nichts zu tun hatte, bekommt mindestens eine Kugel ab. Er wird auf einer Trage zum Rettungswagen gebracht. Richtig schlecht scheint es dem 30-Jährigen nicht zu gehen: Er bepöbelt die anwesenden Fotografen und Passanten. Doch auch für ihn kommt jede Hilfe zu spät. Er stirbt noch in der Nacht im Krankenhaus.
Die Polizei sperrt den Bereich ab und fragt Yasser B., ob sich in seiner Bar möglicherweise Waffen befinden. Der 31-Jährige trocken: „Da ist auf jeden Fall eine Waffe drin – nämlich meine. Ich habe geschossen.“ Die Beamten nehmen neben Yasser B., der laut Polizei „sehr gute Kontakte ins Rotlichtmilieu“ unterhält, sechs weitere Männer fest. Sie hatten versucht, vom Tatort wegzurennen. „Diese sechs Personen haben aber nichts damit zu tun“, sagt Polizeisprecher Holger Vehren.
Am Tatort taucht plötzlich ein alter Bekannter auf: Omid F., Yasser B.s Cousin. Der 34-Jährige (vorbestraft wegen 220-facher Zuhälterei) ist eine feste Größe im Milieu: 2007 hatte er im „Eros Laufhaus“ (Reeperbahn 140) wild um sich geschossen. Vermutlich hatte Yasser B. seinen Cousin als Unterstützung angefordert.
Das für Milieu-Delikte zuständige LKA 65 hat die Ermittlungen aufgenommen. Yasser B. sitzt nun in U-Haft. Er macht von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch – und schweigt. Ein Richter hat heute Haftbefehl wegen Verdachts des Totschlags erlassen.
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