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Sonntag, 03.07.2011:
Zuhälter-Skandal: Hauptverdächtige Zander, Staicovici und Iuga in U-Haft
In Rumänien schlägt der Skandal um die letzte Woche aufgeflogene Zuhälter-Gang bestehend aus scheinbar ehrbaren Wirtschaftsvertretern weiterhin hohe Wellen.
Das Landgericht des 2. Bukarester Bezirks hat mittlerweile am Wochenende eine 29-tägige Untersuchungshaft für die Hauptverdächtigen angeordnet. Diese sind der deutsche Unternehmer Klaus Zander und der rumänische Geschäftsmann Andrei Doru Staicovici, der Geschäftsführer des Senders OTV, Doru Iuga, sowie drei weitere Personen − Viorel Manolache, Stefan Haciadurian und Adrian Dobre. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Mediafax verweigerten alle 6 Verdächtigen jedwelche Aussage vor den Richtern.
Der Sender Pro TV berichtete unter Berufung auf Gerichtsquellen, dass allein die Abhörprotokolle der Ermittlerakte acht Bände ausmachen. Die unter dem Verdacht des Missbrauchs und der Ausbeutung Minderjähriger stehenden Personen sollen ihre Opfer zumeist in der Umgebung des Bukarester Nordbahnhofs, des ultrazentralen Romana- und Unirii-Platzes, der Lipscani-Straße sowie des Opernplatzes ausgesucht und angeheuert haben, wo sich die meisten Straßenkinder aufhalten. Viele der missbrauchten und an die pädo-homosexuelle Kundschaft weitergereichten Jungen waren 11 bis 14 Jahre alt, etliche wurden für ihre sexuellen Dienste mit einem Döner oder einer Pizza entlohnt. Die rumänische Presse veröffentlichte Auszüge aus den Abhörprotokollen der Ermittler, in denen sich Zander und Staicovici anzüglich über „Babies“ und „Cookies“ unterhalten, die zumeist als Erstes in die Villa des Deutschen bei Ciofliceni/Snagov, vor den Stadttoren Bukarests, zum „Vernaschen“ gebracht wurden.
Nach dem Verhör von mehr als 30 Personen und 27 Hausdurchsuchungen in Bukarest und Umgebung sowie in Constanta, Giurgiu und der Maramuresch hat die hauptstädtische Staatsanwaltschaft inzwischen Anklage gegen insgesamt 15 Verdächtige erhoben. Als Chefzuhälter der Gang gelten weiterhin der Deutsche Klaus Zander, der Rumäne Andrei Doru Staicovici und seit Freitag nun auch OTV-Direktor Doru Iuga, der über die Jahre vom Kunden zu einem der Drahtzieher mutiert sein soll.
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