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Montag, 08.11.2010:
Zuhälter soll von Hure (25) insgesamt 600 000 Euro kassiert haben
Ein brutaler Zuhälter steht seit Dienstag vor dem Landgericht Passau. Thomas M. (39) soll einer 25-jährigen Hure über einen Zeitraum von fünf Jahren rund 600 000 Euro abgeknöpft, sie verprügelt und vergewaltigt haben.
Laut Anklageschrift soll sich das Martyrium von Stephanie A. folgendermaßen abgespielt haben: Seit November 2004 arbeitete die damals 20-Jährige als Prostituierte, vorwiegend im Heimatort von Thomas M., dem hessischen Bad Homburg. Von Anfang an musste sie dabei ihre Einnahmen an den Zuhälter abgeben. Pro Monat forderte dieser 10 000 Euro. Und nicht nur das: M. gab ihr auch die Arbeitszeiten und -plätze vor und verbot ihr, alleine auszugehen.
Wenn Stephanie A. zu wenig Geld einnahm, oder sich den strengen Forderungen widersetzte, hagelte es regelmäßig Schläge. Als sie beispielsweise im Dezember 2005 gegen den Willen des Angeklagten in einem Club in Bern anschaffen ging, fuhr der 39-Jährige zu dem entsprechenden Etablissement. Bei einem „klärenden“ Gespräch im Auto prügelte er mit den Fäusten sowie einem Schlagstock auf die Hure ein und zog sie an den Haaren. Sein Ziel - dass Stephanie A. wieder für ihn in Deutschland arbeitet - hatte er damit erreicht. Prügel gab es beispielsweise auch, als die junge Frau in Frankfurt ohne Erlaubnis des Zuhälters in eine Disco ging. Als Folge der Misshandlungen war sie eine Woche lang arbeitsunfähig.
Im September 2009 vergewaltigte der Zuhälter die Prostituierte anal. Das war laut Staatsanwaltschaft auch der Auslöser, warum sie nach Passau flüchtete. In Etablissements im Steffelmühlenweg und der Haitzinger Straße wollte sie fortan selbstständig als Prostituierte arbeiten - was Thomas M. natürlich nicht passte.
Über ein Telefonat mit Stephanie A. erfuhr der 39-Jährige, dass sie im „Achat-Hotel“ in der Neuburger Straße wohnte. Dort suchte er die junge Frau am 20. Oktober 2009 auch auf, um seine monatlichen 10 000 Euro einzutreiben. Insgesamt hatte er zu diesem Zeitpunkt schon rund 600 000 Euro kassiert. Mehr wollte die 25-Jährige nicht mehr zahlen. Stattdessen kündigte sie an, die Polizei zu rufen. Als der brutale Zuhälter die Frau erneut verprügelte, um sie daran zu hindern, machte die Hure ihre Drohung war - und zeigte Thomas M. am nächsten Tag bei der Kripo Passau an.
Das ist laut Staatsanwaltschaft auch der Grund, warum dem 39-jährigen Hessen in der Dreiflüssestadt der Prozess gemacht wird. Insgesamt sind bis 21. Dezember sechs Termine angesetzt. Der nächste findet am kommenden Dienstag, 9. November um 9 Uhr statt. Konkret angeklagt ist Thomas M. wegen einer ganzen Palette möglicher Straftaten - von Erpressung und Körperverletzung bis hin zur Vergewaltigung.
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